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Jaenicke, Christof; Gruenwald, Joerg; Brendler, Thomas: Handbuch Phytotherapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2003. ISBN 3-8047-1950-3
Gebunden, 591 Seiten, € 49,– (Einführungspreis von € 42,– bis Ende September 2003).
Das Buch kann direkt im Internet bei der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft bestellt werden.
Arzneipflanzen haben seit Jahrhunderten einen festen Platz in der Heilkunde Asiens und Europas, insbesondere Deutschlands. Doch mit der Entwicklung der modernen Schulmedizin und der zunehmenden Verwendung synthetischer Wirkstoffe, wurde die Phytotherapie in den vergangenen hundert Jahren vorübergehend in den Hintergrund gedrängt. In den letzten Jahrzehnten hingegen, besann man sich wieder auf das Wissen um die Wirksamkeit der traditionell verwendeten Heilpflanzen. Viele Patienten und verantwortungsbewusste Ärzte und Heilpraktiker fordern inzwischen wirksame Alternativen zu herkömmlichen synthetischen Präparaten, deren Einnahme häufig mit einer Reihe von Nebenwirkungen einhergeht. Phytotherapeutika können bei exakter Indikationsstellung und adäquater Dosierung diese Forderung in hohem Maße erfüllen. Allerdings sollte hier nicht vergessen werden, dass eine Gleichsetzung von "natürlicher" mit "ungefährlicher" Medikation vermieden werden solle. Zubereitungen aus Heilpflanzen sind potente Arzneimittel und können unter Umständen – wie auch Nahrungs-, oder Genussmittel Allergien auslösen, die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinflussen oder im Falle einer Überdosierung zu Vergiftungserscheinungen führen.
Mit über 1300 zugelassenen Mono- und Kombinationspräparaten pflanzlicher Herkunft sowie mehr als 2400 Phytopharmaka mit beantragter Zulassung, existiert mittlerweile eine nahezu unüberschaubare Anzahl von Phytotherapeutika. Sowohl für den Patienten wie auch für niedergelassene Ärzte, Heilpraktiker und Apotheker ist es daher nicht leicht, den Überblick zu behalten und die Spreu vom Weizen zu trennen.
Mit dem Handbuch Phytotherapie wird dem interessierten Fachpublikum ein ärztlicher Leitfaden für pflanzliche Arzneimittel vorgestellt, der mehr als 500 pflanzliche Drogen, gewonnen aus über 400 Heilpflanzen, beinhaltet. Die Beschreibungen der pflanzlichen Drogen wurden in der Regel auf der Basis der Monographien der Kommission E und der ESCOP erstellt. Aufbauend auf diesem soliden Grundgerüst wurde das Manuskript, nach intensiver Recherche in zahlreichen wissenschaftlichen Datenbanken, mit den daraus resultierenden Daten ergänzt. So entstand ein Nachschlagewerk, das speziell auf die Bedürfnisse von Ärzten, Apothekern und Heilpraktiker ausgerichtet ist. Sämtliche darin enthaltenen Monographien, auch die der exotischeren und bislang noch nicht so bekannten Arzneipflanzen, entsprechen dem neuesten phytochemischen, medizinischen, pharmakologischen und toxikologischen Erkenntnisstand.
Aufbau des Handbuchs Phytotherapie
Verzeichnisse Dem Hauptteil, mit den alphabetisch sortierten Pflanzenmonographien, sind fünf Verzeichnisse vorangestellt. Diese erleichtern dem Benutzer die Suche nach bestimmten Heilpflanzen (deutscher oder lateinischer Name), Arzneidrogen oder Fertigarzneimitteln. Weiterhin ermöglichen sie es ihm sich in zwei Indikationsverzeichnissen (nach Gruppen und alphabetisch geordnet) einen Überblick über die für jeweilige Indikation beschriebenen Heilpflanzen zu verschaffen und bieten ihm darüber hinaus die Gelegenheit sich über eventuelle Anwendungsbeschränkungen, Wechselwirkungen und Warnhinweise zu informieren.
Arzneipflanzen Vor den Drogenmonographien erfolgt eine kurze Darstellung der jeweiligen Arzneipflanzen mit botanischer Beschreibung, Angaben zu deren geographischem Verbreitungsgebiet. Ordnungsprinzip ist der gängige deutsche Name gefolgt von dem lateinischen Namen. Daneben erfolgen eine Auflistung der verbreiteten volkstümlichen Namen, sowie der wichtigsten englischen und französischen Namen, in Einzelfällen auch anderssprachigen Bezeichnungen. Zusätzlich kann sich der Leser auf 27 Abbildungstafeln an qualitativ hochwertigen Farbfotos von über 320 Arzneipflanzen erfreuen und sich so, in Verbindung mit den botanischen Beschreibungen, ein Bild von den Stammpflanzen der jeweiligen Drogen machen.
Drogenmonographien Um dem Benutzer die Handhabung des Handbuchs Phytotherapie so einfach wie möglich zu gestallten, folgt der Aufbau der einzelnen Monographien einem einheitlichen Schema.
- Verwendete Pflanzenteile
Beschreibung der zur Herstellung der Drogen verwendeten Pflanzenteile
- Inhaltstoffe
Auflistung der pharmakologisch wirksamen, wirksamkeitsbestimmenden aber auch weiterer bekannter Inhaltsstoffe, falls bekannt, auch mit Mengenangaben in Prozent
- Pharmakologie
Übersicht über die pharmakologischen Eigenschaften der mit Angaben zu den Ergebnissen aus präklinischen Untersuchungen und einer Zusammenfassung der bis kurz vor Drucklegung veröffentlichten klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen.
- Anwendungsgebiete
Auflistung der von der Kommission E oder der ESCOP, in Einzelfällen auch der WHO, empfohlenen Anwendungsgebiete. Die Anwendungsgebiete, die auf der Basis empirischer Daten beansprucht werden, homöopathischen Indikationen und nicht wissenschaftlich belegte Angaben volksmedizinischer und anderer Quellen werden eindeutig kenntlich gemacht und von den rationalen phytotherapeutischen Indikationen abgegrenzt.
- Dosierung
Dieser Abschnitt enthält geprüfte Angaben zu Zubereitungsformen, Art der Anwendung, der empfohlenen Tagesdosis und der Anwendungsdauer, teilweise auch für homöopathische Darreichungsformen und wo möglich mit Angabe der Extraktformen, die der Bewertung zu Grunde liegen. Die Angaben zur Dosierung beziehen sich in der Regel auf die Arzneidroge. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, auch für die daraus gewonnnen (Trocken-) Extrakte nachvollziehbare Dosierungen anzugeben.
- Anwendungsbeschränkungen
Hier werden, auf der Grundlage der bekannten pharmakologisch-toxikologischen Daten sowie weiterer verfügbarer Quellen, mögliche Neben-, und Wechselwirkungen, bedingte und absolute Kontraindikationen aufgeführt. Zusätzlich werden mögliche Symptome von Überdosierungen geschildert und Hinweise zu Sofortmaßnahmen bei Intoxikationen oder ernsten Nebenwirkungen gegeben.
- Patienteninformationen
In auch für medizinische Laien verständlicher Form, werden hier die wesentlichen Anwendungsgebiete der Droge beschrieben und auf mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen hingewiesen.
- Bewertung der Wirksamkeit
In diesem Absatz werden, auf der Grundlage der Ergebnisse der vorliegenden wissenschaftlichen Daten, die Wirksamkeit bzw. das Nutzen-Risiko-Verhältniss kritisch bewertet. Die Evaluierung erfolgt entweder in Anlehnung an die entsprechenden Monographieen der Kommission E oder der ESCOP oder basiert auf Ergebnissen valider klinischer Studien.
- Handelspräparate
Hier besteht die Möglichkeit sich über die wichtigsten Phytotherapeutika, meist mit Angaben zu Darreichungsform und empfohlener Dosierung. Sofern nicht anders beschrieben wurden keine Kombinationspräparate berücksichtigt.
- Literatur
Bibliographische Angaben zu einer Auswahl der wichtigsten Originalarbeiten und zur relevanten Sekundärliteratur (Übersichtsarbeiten), auf deren Grundlage die Monographien erstellt wurden. Häufig ausgewertete Tertiärliteratur (Fachbücher, Nachschlagewerke) ist im Teil Weiterführende Literatur zusammengestellt.
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